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Ethik

Es geht um „Transparenz, Kommunikation und Identitätsstiftung“

Seit 2002 steht der Ethik-Beirat als objektives und unabhängiges Expertengremium der Bank zur Seite, unterstützt das Management und die MitarbeiterInnen dabei, eine Wertebindung in „Bezug auf die unterschiedlichen unternehmerischen Gestaltungsbereiche zu konkretisieren und anwendbar zu machen“1. Der Beirat tagt etwa drei Mal im Jahr. Auf seiner Tagesordnung stehen ausgewählte Spezialthemen. Für fachbezogene Darstellungen kann der Beirat Spezialisten aus der Bank heranziehen, was gern genutzt wird, „da wir auf diese Weise auch verschiedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pax-Bank kennen lernen können“2, so Dr. Bernd Kettern, damaliges Mitglied des Beirates.

Unter der Leitung von Professor Dr. Dr. h.c. Ludger Honnefelder erarbeitete der Beirat zunächst einen Ethik-Kodex. In den fast dreijährigen Ausarbeitungsprozess waren MitarbeiterInnen und Vorstand einbezogen, ihre Anmerkungen und Ideen wurden im Beirat geprüft. Pfingsten 2005 veröffentlichte der Vorstand den Kodex, der 2013 aktualisiert wurde.3 Der Kodex ist eine freiwillige Selbstverpflichtung, gibt Orientierung sowohl im Kundenverkehr als auch bei internen, bankbetrieblichen Fragen, z.B. bei der Entwicklung neuer Anlageprodukte. Der Kodex soll zu „einem Dialog anregen, der die Basis des in uns gesetzten Vertrauens verdeutlicht, die Nachhaltigkeit unserer Dienstleistungen stärker fokussiert und die katholische Soziallehre hervorhebt“4 erklärt Vorstand Dr. Klaus Schraudner.

Ein Blick in die Geschichte der Bank genügt, um zu erkennen, dass der Ethik-Beirat und der Ethik-Kodex perfekt zum Genetischen Code der Bank passen. Schon der Name Pax-Bank gibt Hinweis auf den Pax-Verein, der 1905 als Selbsthilfe-Einrichtung für Kleriker gegründet worden war. Pax bedeutet Friede. Die Vorsitzende des Ethik-Beirates, Professorin Dr. Ursula Nothelle-Wildfeuer, Theologin an der Universität Freiburg, weist auf das Buch Jesaia hin, in dem es heißt: „Friede ist ein Werk der Gerechtigkeit.“ Pax steht damit für die Unterstützung derer, die sie brauchen, was gedanklich wiederum eng mit dem genossenschaftlichen Förderauftrag verbunden ist, der erstmals 1868 im Genossenschaftsgesetz für den Norddeutschen Bund formuliert wurde. Im Reichs-Gesetz betreffend die Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften von 1889 hieß es: „Förderung des Erwerbs oder der Wirthschaft ihrer Mitglieder mittels gemeinschaftlichen Geschäftsbetriebes“ (§ 1).5 Der Förderauftrag gilt, in einigen Formulierungen etwas modernisiert, bis heute. Die Bank wurde 1917 als Genossenschaft gegründet. Aus den genossenschaftlichen Prinzipien, wie Solidarität, Subsidiarität und Personalität, ergeben sich wichtige Grundlagen für das Handeln der Bank.6 Ganz zentral ist er Gedanke „Einer für alle, alle für einen“. Die Entscheidung für die Rechtsform der Genossenschaft stand damit bereits 1917 in einem engen Zusammenhang zur katholischen Soziallehre.7

Seit 2002 bietet die Pax-Bank in Kooperation mit der Westdeutschen Genossenschafts-Zentralbank (WGZ), ein ethisch ausgerichtetes Vermögensmanagement an. Ziel ist es, Anleger bei der „Suche nach Investitionen mit Vorbildcharakter8 zu unterstützen. Im ersten Schritt wurden Kriterien entwickelt, nach denen geeignete Aktien ausgewählt wurden, die verantwortungsvoll Umwelt und Gesellschaft reflektieren; Die „Liste der Ausschluss-Kriterien ist lang“9. Kinderarbeit, Raubbau, Betrieb von Spielkasinos und Nachtclubs. Aufgrund des bereits der Gründungsgeschichte der Pax-Bank zugrunde liegenden christlichen Weltbildes waren zudem Unternehmen ausgeschlossen, die etwa im Bereich der Präimplantationsdiagnostik oder der Klonforschung tätig waren.

Mit Hilfe des Beirates wurden in den letzten Jahren verschiedene ethisch-nachhaltige Finanzdienstleistungsprodukte entwickelt. Zusammen mit der LIGA-Bank entwickelte die Pax-Bank fünf ethisch-nachhaltig ausgerichtete Fonds. Einer davon ist der LIGA-Pax-Cattolico-Union (2002), ein internationaler Aktienfonds mit ethisch ausgerichteter Wertpapierauswahl. Dieser Ethikfonds für Christen ist aufgrund seiner katholisch geprägten Auswahlorganisationen, drei große Orden und die Lateran-Universität, die ihr Know-How und ihre Wertevorstellungen zusammenbrachten, einzigartig.10 Gemeinsam mit ihrem langjährigen Partner, Warburg Invest Kapitalanlagegesellschaft mbH (gegründet 1987)11, hat die Pax-Bank zum 26. April 2013 den Publikumsfonds Warburg-Pax-Substanz-Fonds aufgelegt. Verwahrstelle des Fonds ist die M.M. Warburg & Co KGaA in Hamburg, die Muttergesellschaft der Warburg Invest. Der Fonds investiert in Wertpapiere und Geldmarktinstrumenten. Wesentlicher Bestandteil des Investmentprozesses ist die Berücksichtigung von festgelegten Nachhaltigkeitskriterien und des Ethik-Kodexes der Pax-Bank.12

 

 

1. https://www.pax-bank.de/content/dam/g8193-0/interneinhalte/pdf/sonstige/Ethik-Kodex_final.pdf.

2. Pax-Bank-Note 1/2008.

3. Pax-Bank-Note 4/2013.

4. https://www.pax-bank.de/content/dam/g8193-0/interneinhalte/pdf/presse/20140107_Krott_RZ_Advertorial_Pax-Bank.pdf.

5. Reichs-Gesetzblatt, 1889, No. 11, Gesetz, betreffend die Erwerbs- und Wirthschaftsgenossenschaften.

6. https://www.pax-bank.de/content/dam/g8193-0/interneinhalte/pdf/presse/20140107_Krott_RZ_Advertorial_Pax-Bank.pdf.

7. https://www.pax-bank.de/content/dam/g8193-0/interneinhalte/pdf/presse/20140107_Krott_RZ_Advertorial_Pax-Bank.pdf.

8. Pax-Bank-Note 1/2005.

9. Pax-Bank-Note 1/2005.

10. Geschäftsbericht 2002, S. 24.

11. http://www.mmwarburg.de/de/bankhaus/gruppe/warburg_invest.html.

12. https://www.warburg-fonds.com/fileadmin/download/20988632_KIID.pdf.

Die Abbildung stammt aus dem Rheinisch-Westfälischen Wirtschaftsarchiv (Köln) und zeigt das Logo des Priestervereins, Ausschnitt aus einem Sparbuch. Signatur: RWWA 154-14-4. Das Beitragsbild ist ein bearbeiteter Ausschnitt aus der Pax-Bank-Note 2/2013.

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